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Exkursionen

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Presse Echo

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Pius Briefe

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Pius-Lehrerin Birgitta Siepelmeyer besucht Misereor-Projekt in Ecuador

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Die Häuser am Hang sind in der Regenzeit stark von Schlammlawinen bedroht.

Direkt vor Ort informiert sich aktuell eine Reisegruppe von Misereor über das Wohnbauprojekt für das Pius-Schüler u.a. in der Projektwoche Geld sammelten. Mehr erfahren über die Reise kann man im Misereor Blog und hier von Birgitta Siepelmeyer selbst.

Frauenpower im Armenviertel

von Birgitta Siepelmeyer

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Birgitta Siepelmeyer (links) übergibt die Spende vom Pius an die Leiterin der Hausbauabteilung von Hogar de Cristo, mit dabei ist Petra Gaidetzka von Misereor (rechts).

Bei unserem zweiten Besuch in Monte Sinaí (einem Armenviertel in Guayaquil) fuhr eine Mitarbeiterin von Hogar de Cristo mit uns in das Armenviertel, um dort Menschen zu treffen, die in den Haeusern wohnen, die mit einem Zuschuss von MISEREOR (30%) und einem Mikrokredit von Hogar de Cristo (70%) finanziert wurden. Ueber Sandpisten, Bauschutt und durch Schlagloecher brachte uns der Bus zum Haus der Praesidentin des Nachbarschaftsvereins. Sie und ihre Schwester, die direkt daneben wohnt, empfing uns im "Untergeschoss" ihres auf Stelzen gebauten Bambus-Hauses, wo wir zwischen Steinen, Schotter und frei herumlaufenden Huehnern mit den beiden Frauen ins Gespraech kamen. Sie ist Ansprechpartnerin fuer ca. 300 Familien und kaempft mit ihnen fuer bessere Lebensverhaeltnisse, z.B. Wasseranschluesse, bessere Stromversorgung, Schulbildung, medizinische Versorgung. Dabei werden die Familien von Hogar de Cristo auch in Form von Selbstbehauptungskursen unterstuetzt und lernen, sich zu informieren und fuer ihre Rechte zu kaempfen. Beispielsweise ist eine Abordnung von sechs Mitgliedern letztes Jahr in die Hauptstadt Quito gefahren, um dort ihr Anliegen der Legalisierung von Landtiteln vorzubringen.

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Gespräch zwischen Mitgliedern der Reisegruppe und einer Vertreterin von Hogar de Cristo mit einer Hausbesitzerin in Monte Sinaí.

Ein zweites Problem, das im Moment viel Einsatz und Vorausdenken fordert, ist das "Kommen des Christkindes" – auf Spanisch "El Niño". So wird ein Wetterphaenomen genannt, das in relativ regelmaessigen Abstaenden an der tropischen Westkueste Suedamerikas durch Veraenderungen der Meeresstroemungen entsteht. Da es simmer zur Weihnachtszeit passiert, haben peruanische Fischer ihm den Namen des Christkindes gegeben. Aber was hat das mit unserem Hausprojekt zu tun? – Die Antwort ergibt sich, wenn man bedenkt, dass "El Niño" durch riesige Regenmengen meist zu Ueberschwemmungen und damit auch Erdrutschen fuehrt, daher ist Monte Sinaí und seine Bewohner aufgrund der Hanglagen und schlechten Befestigungen besonders gefaehrdet, zumal aufgrund der schlechten hygienischen Bedingungen sofort auch Seuchen wie z.B. Cholera drohen.

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Typische Straßenszene von Monte Sinaí.

Nach dem Besuch im Haus der Praesidentin wurde uns noch eine kleine Kirche mit Schule, die von drei Nonnen gefuehrt wird, gezeigt. Wir wurden sehr herzlich in der einfachen, aber liebevoll dekorierten Kirche empfangen, und die Arbeit der Nonnen fuer die Kinder hier weckte sofort unsere Begeisterung, sodass eine Studentin aus unserer Reisegruppe direkt nachfragte, ob sie noch einmal wiederkommen darf, um zwei Monate freiwillig in der Schule zu arbeiten.
Dann ging es weiter zu einer bilingualen Schule, an der Kinder auf Spanisch und auf Kichwa, der Sprache der indigenen Bevoelkerung unterrichtet werden. Die hier ansaessigen Familien kommen nicht aus Guayaquil, sondern sind in der Hoffnung auf ein besseres Leben aus anderen Gebieten Ecuadors zugewandert, und wachsen daher mit einer anderen Muttersprache auf.

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(v.l.n.r.): Monika Gaidetzka (Misereor), Luis Tavara (Leiter von Hogar de Cristo) und Birgitta Siepelmeyer.

Mir fiel besonders das Fehlen von jeglichem Stacheldraht und Sicherheitsvorrichtungen auf, die sonst in der ganzen Stadt allgegenwaertig sind. Die Frauen erklaerten uns mit einem leichten Laecheln, dass es im Viertel wenig Maenner gebe und daher auch wenig Kriminalitaet: "Hay menos hombres y menos delincuencia". Die Begegnung war von grosser Herzlichkeit gepraegt, obwohl wir uns als Westeuropaer etwas seltsam vorkamen, wie wir dort so den Lebensstil "besichtigten" und fotografierten. Jedoch waren die Frauen dort so offensichtlich stolz auf unseren Besuch und auf das was sie aufgebaut haben und taeglich leisten, dass wir sehr froh waren, diesen Einblick in das Leben der Aermsten der Armen des Landes bekommen zu duerfen.

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